Elisabeth Müller
Emmentaler Musikerinnen-Musiker

Elisabeth Müller 1885 – 1977
Familiäre Herkunft
Elisabeth Müller wurde als jüngstes von sechs Kindern des Ernst Müller (1849-1927) und der Anna Müller-Rüetschi (1854-1886) geboren. Ihr Vater war für seine Geschichte der bernischen Täufer (Frauenfeld 1895) zum Ehrendoktor der Universität Jena ernannt worden und wirkte von 1884 bis 1927 als reformierter Pfarrer in Langnau. Die Mutter starb ein Jahr nach Elisabeths Geburt und der Vater heiratete daraufhin deren Schwester Emma (1856-1910), mit der er noch drei weitere Kinder hatte.
Von der Ausbildung zur Krankheit
Nachdem sie wie alle ihre Geschwister die Sekundarschule in Langnau besucht hatte, wurde Elisabeth mit 16 Jahren in das städtische Lehrerinnen-Seminar Monbijou in Bern aufgenommen. Nach einer halbjährigen Stellvertretung auf der Schonegg in der Gemeinde Sumiswald wurde sie 1906 definitiv als Lehrerin nach Lützelflüh gewählt. 1909 wechselte sie an das Waisenhaus in Bern, bis sie 1913 an Tuberkulose erkrankte, bis 1918 in diversen Sanatorien behandelt wurde und danach zu ihrer Familie nach Langnau zurückkehrte. In dieser Zeit der äusseren und inneren Krise fand sie zum Schreiben. Religiös näherte sie sich dem Pietismus, wodurch sie in einen gewissen Gegensatz zu ihrem theologisch entschieden liberalen Vater geriet.
1921-1935: Arbeit in Thun
1921 konnte sie eine Stelle an einer Privatschule in Thun antreten. Nach vier Jahren wechselte sie als Methodiklehrerin an das bernische Staatsseminar für Lehrerinnen in Thun. Sie hatte dort den Status einer Hilfslehrerin und unterrichtete daneben ständig eine dritte und vierte Klasse als sogenannte "Übungsschule", in der die Seminaristinnen ihr Unterrichtspraktikum absolvierten.
Freie Schriftstellerin und Erwachsenenbildnerin
Ab 1935, ihrem fünfzigsten Lebensjahr, arbeitete Elisabeth Müller vor allem als freie Schriftstellerin und Erwachsenenbildnerin. Ihre Schwester Hedwig hatte im Vorjahr in Hünibach bei Thun eine Gärtnerinnenschule gegründet, die seit 1993 Gartenbauschule heisst.[1] An der von Hedwig geleiteten Schule unterrichtete Elisabeth Staatskunde und später auch noch Korrespondenz. Die beiden Schwestern wohnten zusammen in einem Haus in Hünibach.
Elisabeth entfaltete eine reiche Vortragstätigkeit zu Fragen der Erziehung und des Familienlebens. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges entstanden die meisten ihrer berndeutschen Weihnachtsgeschichten. Später wirkte sie als Redaktorin beim Saemann, einer Monatszeitung für reformierte Kirchenmitglieder im Kanton Bern. Sie sympathisierte mit der Berner Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei, der Vorläuferorganisation der Schweizerischen Volkspartei, und war befreundet mit dem Politiker Rudolf Gnägi.
Auszeichnungen
Preis der Schweizerischen Schillerstiftung
Literaturpreis der Stadt Bern 1940 und 1955Schweizerischer Jugendbuchpreis 1946
Ehrenbürgerrecht von Langnau 1954
Dr.h.c. der Universität Bern 1954
Ehrenbürgerrecht von Hünibach
Verfilmung
Elisabeth Müllers 1942 erschienener Jugendroman Die sechs Kummerbuben wurde 1968 unter der Regie von Franz Schnyder als 13-teilige Fernsehserie verfilmt.
Werke für Erwachsene
Elternsegen. Erzählung, Einsiedeln 1910
Fride i Huus und Härz. Bärndütschi Gschichte für üses Volk, Bern 1940
Martinssümmerli u anderi Liebesgschichte, Bern 1948
Die Quelle. Erinnerungen, Bern 1950
Heimatbode. Bärndütschi Gschichte, Bern 1955
Türen gehen auf. Ein Stück Lebensarbeit. Erinnerungen, Bern 1957
Was in der Stille wächst. Eine Auswahl von Säemann-Artikeln, Bern 1962
Gesammelte Weihnachtsgeschichten
Heilegi Zyt, Gümligen 1993 (ISBN 3305002271)
Chrüz und Chrippli, Gümligen 1994 (ISBN 330500228X)
O du fröhliche!, Gümligen 1995 (ISBN 3305002298)
We d Liechtli brönne, Gümligen 1996 (ISBN 3305002301
Werke für Kinder und Jugendliche
Vreneli. Bern 1916
Theresli. Bern 1918, ISBN 3-305-00200-X
Christeli. Bern 1920, ISBN 3-305-00201-8
Das Schweizerfähnchen. Bern 1937
Die sechs Kummerbuben. Bern 1942, ISBN 3-305-00202-6
Nur der Ruedi. Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 1932. (SJW; 7)
Unsere Jüngste. Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 1944. (SJW; 164)
Eveli und das Wickelkind. Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 1965. (SJW; 912)
Die beiden B – Bärtschis und Bobelis Familiengeschichte. A. Francke, Bern 1945
Literatur
Renata Egli-Gerber: Elisabeth Müller: Leben und Werk – eine Annäherung. Bern 2004, ISBN 3-7272-1332-9
Samuel Geiser: Elisabeth Müller. Leben und Werk. Zürich und Stuttgart 1978.
Walter Laedrach: Elisabeth Müller. Bern 1957. (Berner Heimatbuch; 68)
Franziska Meister: Elisabeth Müller. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Fritz Wartenweiler: Elisabeth Müller und ihre Welt, Zürich 1967

Geburtshaus von Elisabeth Müller in Langnau

Diese rare Schallplatte plus digiale Kopie befindet sich im Entlebucher und Emmentaler Musikarchiv
Serge Schmid
Oberstrasse 25
CH-3550 Langnau
+41 (0) 34 402 67 33
sergeschmid@gmx.ch
Copyright © 2026. All Rights Reserved.
Webdesign by Serge Schmid