Josef Felder Flühli - Serge`s Musikarchiv-Entlebucher und Emmentaler Musikarchiv

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Josef Felder Flühli

Entlebucher Musik





Josef Felder Flühli 1835-1914 arbeite als Käser in Bayern, später war er Käsehändler im Tirol. Seine Produkte waren berühmt und erhielten grosse Preise. Josef Felder wurde wohlhabend und erwarb im Salzburger Land fünf Käsereien. 1896 verlor er zuerst seine Frau und ein Jahr später sein ganzes Vermögen wegen einer Bürgschaft für einen Anteilhaber und guten Freund. Ein Neuanfang in der Steiermark wollte nicht gelingen und so kehrte der 63-Jährige in seine Heimatgemeinde zurück. Ab jetzt stellte er seine Stimme in den Dienst seines Lebensunterhaltes. Es gab Auftritte in Deutschland, Oesterreich, Holland und an der Weltausstellung in Paris. 1907 wurde ihm am Eidg. Schützenfest in Zürich der Titel eines Jodlerkönigs zugesprochen. Nun folgten mehrere Auftritte in der Zürcher Tonhalle.





Der bekannte A.L.Gassmann schwärmte in vollen Zügen vom Können Josef Felders.


Unüberhörbar ist bei den meisten Aufnahmen der Österreichische Jodlerstill Felders. 1912 wurden noch Schellackplatten Aufnahmen mit Josef Felder gemacht, da man von ihm noch weitere klanglich bessere Tondokumente der Nachwelt erhalten wollte.

Leider hat man ihm damit keinen Gefallen gemacht, da er damals schon alt und krank war.

Die Aufnahmen sind ausdruckslosund die fehlende Luft beim Singen ist unüberhörbar.

Der zur Unterstützung beigezogene Alphornbläser konnte diese Tatsache leider  nicht verhindern.

Zwei Jahre später ist Josef Felder in Zürich in einem Spital gestorben.



Die auf dieser Seite hörbare "Fantasie Melodie" aus dem Jahre 1909 ist aber meiner Meinung nach

eine sehr gute Aufnahme und trotz primitiver Aufnahmetechnik ein wunderschönes Zeit und Tontokument.

Schade, dass man sein durchaus vorhandenes musikalisches Können nicht früher akustisch der Nachwelt erhalten konnte.












Stimmen der Zeit


«Josef Felder beherrscht Kehlkopf, Lunge und Ansatzrohr (Lippen, Zunge, Kehldeckel) in einer Art und Weise,

welcheuns hohe Bewunderung abnötigt. Sehr zu statten kommt ihm dabei sein geradezu riesiger

Stimmumfang:E-fis’’. Als Spezialität betreibt Felder das Fistulieren.…hier haben wir es mit einem Unikum auf

diesem Gebietzu tun. … (er) arbeitet mit seiner Kopf- und Fistelstimme wahrhaft künstlerisch und hat es hierin

– dank seinernoch sehr modulationsfähigen Stimme – zu einem solcheGrad der Vollendung gebracht, dass dem

aufmerksamenZuhörer die Schlusskadenzen... vorkommen, wieine Flageolet-Coda irgend einer

Violin-Romanze.»Alfred Leonz Gassmann: Natur-Jodel des Josef Felder aus Entlebuch (Kt. Luzern), Zürich

1908«Felder beherrscht vor allem die Kunst des Jodelns in geradzu vollendeter Weise und kennt wie wenige

diealten Jodler der verschiedenen Schweizer Landschaften…Seine Darbietungen besitzen hohen

wissenschaftlichenund künstlerischen Wert, und die musikalische Ausführung steht auf einer hohen

künstlerischen Stufe.»John Meier: Präsident der Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde und der Kommission für

die Sammlungschweiz. Volkslieder, ord. Professor und Rektor der Universität Basel, am 31. März 1908 (aus:

Gassmann,Natur-Jodel des Josef Felder) «Auch des greisen Jodlersängers Josef Felder von Flühli

(Entlebuch) sei gedacht, der mit tosendem Beifall die uralten Älpler-Jodler in das Fest- und Sonntagspublikum
hineinsandte und Tausende von Herzen gewann.» Zürcher Tagesanzeiger zum Eidg. Sängerfest 1905







Josef Felder (Foto von 1903)

Wachszylinderaufnahmen 1909

Jodlerkönig Josef Felder Flühli Luzern ( 1835 - 1914)

Schweizer Jodelgesänge, aufg. im Phonogramm-Archiv, Berlin 1909

Sämtliche Jodelgesänge ges. v. Josef Felder, aet. 74; vgl. A.L. Gassmann,
Naturjodel des Josef Felder (Zürich, Juchli u. Beck) 1908 /citiert als "G")

1) Der alte Rigi Jodler. (G. Seite 5 ff)
2) Vortragsjodler und Appenzellerlied (G. S. 28 ff)
3) Jodler
4) Rigiliadli (G. S. 19 ff)
5) 's Bonapartle und Jodler (G. S. 67 ff)
6) Jodler
7) Fantasie Melodie
8) dt.
9) Alter Oberländer Jodler
10) Der alte Rigi Jodler (=1) mit eingelegtem Lied von Felder
11) Phantasiemelodie.



Geschichte der Wachswalze

Die Edison-Walzen, benannt nach ihrem Erfinder Thomas Alva Edison, sind im Standardformat etwa 10,5 cm lang und messen etwa 5,1 cm im Durchmesser. Sie haben eine Materialstärke von etwa 5 mm und sind hohl. Das Innere einer Edison-Walze ist konisch geformt, damit diese auf den Träger geschoben werden kann, ohne nachher zu verrutschen. Es gibt hiervon viele Abweichungen und Sonderformate anderer Hersteller wie die Walzen von Columbia oder Pathé. Hergestellt wurden die Walzen zunächst aus einem bräunlichen Wachs, dessen Bestandteile sich immer wieder leicht unterschieden. Es wurden hierfür verschiedene Wachssorten oder auch Harze, sowie Natronseife verwendet.

Die Aufnahme erfolgt über einen Trichter, der den Schall auf eine Membran leitet, die mit einem Stift auf die rotierende Walze schreibt. Zur Wiedergabe wird die rotierende Wachswalze mit einem abgerundeten Diamanten oder Glasball abgetastet. Dieser Glasball leitet die Schwingungen an eine Membran aus Glas, Glimmer, Kupfer oder Aluminium, die wiederum den Schall erzeugt. Über den Trichter wird der Schall an die Umgebung geleitet. Je nachdem, ob Sprache oder Musik aufgezeichnet wurde, lag die Abspielgeschwindigkeit zwischen 80 und 144 U/min. Die Geschwindigkeiten wurden oft fließend variiert (z. B. 136 U/min). Erst ab 1902 gab es eine einheitlich genormte Geschwindigkeit (160 U/min) für Walzen, die auch weitgehend eingehalten wurde.

Mitte 1886 wurde die erste Wachswalze mit einem Diktiersystem von Chichester A. Bell und Charles Sumner Tainter (1854–1940) vorgestellt. Diese hatte noch ein völlig anderes Format und bestand aus einem Pappkern mit überzogenem Wachs. Die von Bell und Tainter wenig später gegründete Firma Columbia vertrieb ihre eigenen Phonographen unter dem Namen Graphophone.

Im Jahr 1888 übernahm Edison die Idee Wachs als Aufnahmemedium zu nutzen und stellte sein eigenes Format vor, das sich als Standard durchsetzen konnte. Eine Kooperation mit Bell und Tainter hatte er kurz vorher energisch abgelehnt. Die Edison-Walzen bestanden vollständig aus Wachs und besaßen keinen Pappkern. Im Jahr 1902 stellte Edison die schwarze Wachswalze (Gold Moulded Record) vor. Diese Walzen waren herstellungsbedingt wesentlich härter und hatten einen klareren und lauteren Klang als ihre Vorgänger. Sie bestanden ebenfalls aus einer Mischung aus Wachs und Seife. Durch den erhöhten Härtegrad konnte man die Walzen mit einem höheren Auflagegewicht (12 g) abspielen, was zu einer lauteren Wiedergabe führte. Jedoch waren diese sogenannten Hartguss-, auch Goldguss-Walzen genannt, noch zerbrechlicher als ihre Vorgänger. Die Rillendichte betrug 100 tpi (tracks per inch), was bei einer Abspielgeschwindigkeit von 160 U/min zu einer Spielzeit von etwa 2½ Minuten führte. Im Jahr 1908 wurden die ersten Wachswalzen mit vierminütiger Spielzeit hergestellt. Dies wurde möglich, da die Rillen hier doppelt so eng beisammen lagen. Diese Wachswalzen und die 2-minütige Variante wurden von Edison bis 1912 produziert, die britische Firma Clarion stellte 2-minütige Wachswalzen noch bis in die 1920er Jahre her. Die ab 1908 hergestellten Diktierphonographen nutzten eine Rillendichte von 150 tpi, womit die Verwendung von vorbespielten Musikwalzen ausgeschlossen war.

Durch die Entwicklung der haltbaren und reproduzierbaren Schellackplatte des deutschen Erfinders Emil Berliner hatte die Wachswalze keine Zukunft mehr. Der Hauptvorteil der Schallplatte bestand in der ab 1902 verwendeten zweiten Seite, obgleich der Phonograph noch bis in die 1950er Jahre als Diktiergerät in den Büros zum Einsatz kam. Im Sommer 1929 lieferte Thomas Alva Edison die letzten seit 1912 aus Zelluloid gefertigten Walzen, sogenannte Blue Amberols, aus.

Edison hatte ab 1912 mit einem eigenen Schallplattenformat (Diamond Disc) aufgewartet und in den 20ern sogar Schallplatten mit einer Spieldauer von bis zu 24 Minuten, bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 80 U/min produziert. Edison widerstrebte die elektrische Aufnahme, da er aufgrund einer Hörschwäche keinerlei Vorteile gegenüber der akustischen Aufnahme mit einem Trichter wahrnehmen konnte. Zuletzt wurden sogar normale Schellackplatten und Koffergrammophone von Edison angeboten. Im Jahr 1929 versuchte sein Sohn, Charles Edison, die Edison Phonograph Company mit der Produktion von Radios zu retten, was nicht gelang. Im selben Jahr stellte die Edison Phonograph Company ihr Geschäft mit Tonträgern und Geräten vollständig ein.

 Fantasie-Melodie ab Wachszylinder mit Josef Felder aus Flühli LU von 1909

Wachszylinderaufnahmen in meinem Archiv (Nicht kaufbar)


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